Le fabuleux destin de Thorey

9.10.2006 - Optimismus kommt vor dem Fall

Da wähnte man sich am Ufer, die Füße halbwegs im Trocken. War der Meinung, zur Abwechslung einmal keine unsägliche Dummheit begangen zu haben. Bildete sich ein, im nebligen Morast einen Weg erkennen zu können, oder wenigstens den Hauch eines selbigen. Lächelt.
Dann, ohne Vorwarnung, aber zielsicher und stahlhart kommt sie. Die Faust in den Magen. Man taumelt. Fällt. Ist nass wie zuvor, der eingebildete Weg in Wohlgefallen aufgelöst.

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5.10.2006 - Gedankensplitter

... die Kunst ist es, das Opfer nicht spüren zu lassen, dass es gejagt wird

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20.09.2006 - gestern am Tresen

Eineinhalb Stunden Zeitung von letzter Woche, Blumen gießen, Servietten falten. Dann der erste Gast, für die nächsten 80 Minuten der Einzige. Die Musik stört ihn, Jazz. Pop aus dem Handy, auch nicht besser, doch ich beschwere mich nicht. Fülle sein Glas, lächle.
Fragt nach meinem Musikgeschmack. Rockiger, härter.
Die Szene wechselt: Handy noch auf dem Tresen, neben den Salzbrezeln, doch es ertönen die Glocken der Hölle. ACDC. Stilles Headbanging, die Füße wippen.
Will Turner an Thorey. Abgestimmt, gesendet.
Was gute Musik doch ausmachen kann.-

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15.09.2006 - quasi umgezogen

Seite heute bin ich offiziell Mainzerin. Ich wohne zwar noch in Hessen, aber gestern habe ich die Anmeldungsformulare ausgefüllt und seit heute zähle ich als Mainzer Bürgerin. Aktuell verbringe ich bloß etwas frei Zeit bei meinem Zweitwohnsitz ;)

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12.09.2006 - früher, als alles besser war

Ich halte ja nicht viel von Murren und der guten alten Zeit hinterherheulen. Wenn Menschen ihre Erinnerungen an früher ungefragt mit monotoner Stimme vor einem ausbreiten müssen, stets gekoppelt mit subjektiver Verschönung und Hetze gegen alle modernen Leute, Politiker oder nicht, höre ich meistens gar nicht mehr in. Untersuche die weißen Flecken meiner Fingernägel und stelle fest, dass mein linker kleiner Finger größer ist als der rechte.
Aber heute habe ich auch etwas zu meckern. Die Post war da, brachte ein Paket, das tut sie ständig. Wir bekommen viel Post. Seit einigen Monaten stapeln die Austräger die Karton draußen vor oder auf der Treppe, lassen mich auf diesem Digitalteil unterschreiben und fahren weg. Wie ich die zum Teil steinschweren, monströsen 14 Pakete ins Haus bekomme, interessiert sie nicht. Früher (da ist es, das fuchsige Wort) haben sie die Pakete ins Haus gebracht und im Flur gestapelt. Immer - und erst recht, wenn meine Schwester oder ich, untergewichtig und von Muskeln keine Spur, die Türe öffneten.
Naja, man spart wo man kann, was?

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5.09.2006 - ertappt

und ich bin nicht anders als Jene, über die ich stets spottete...

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3.09.2006 - nicht fair

Ich muss zugeben, ich bin enttäuscht. Ich meine, kein Ja ist in dem Fall ein Nein, oder nicht? Warum kann ich das nicht akzeptieren? Warum kann es nicht ein JA sein?
Ich meine, es gibt gewiss schlechtere Verlierer als mich, ich zeige ja auch nicht mit dem Finger auf Leute und verteile Du-bist-schuld-Anklagen. Verdammt, nein. Schließlich war ich selbst oft genug der Nein-Sager. Ich weiß, dass man sich dabei selbst auch nicht unbedingt gut fühlt. Aber, wer mich kennt, weiß, was für einen Seltenheitswert es hat. Zum wohl ersten Mal warte ich auf ein Ja. Verzweifelt, auch in der Todessekunde noch hoffend. Ich habe nicht mal den Mumm, direkt zu fragen, mir ein direktes Nein abzuholen. Denn, solange ich das nicht tue, besteht ja immer noch die Chance auf ein Ja, nicht wahr? Kein Nein könnte doch auch Ja heißen. Bloß, irgendwo weiß es mein blöder Kopf mal wieder besser. Ich könnte mich abfinden, aber das sieht das Herz ja gar nicht ein. Wozu aufgeben wo der Kampf kaum begonnen hat? Ja, verdammt, ich starte quasi mit einem toten Gaul, aber dennoch. Ich klammere mich an jeden Strohhalm, nur um zu sehen, dass der geringste Lufthauch ihn umpustet. Der Sturer-Esel-Teil an mir bleibt trotzig stehen und beobachtet genau die Begegnungen des Gegeners. Gegners? Aber genau das gerade nicht! Ich will nicht siegen, ich will nicht besiegt werden. Ich will, ja, eigentlich nur eins. Liebe.

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29.08.2006 - breaking news

Es regnet, nein, es schüttet. Es scheint ein neues Grundprinzip in Kraft getreten zu sein: wann immer ich aus dem Haus gehe, keinen Schirm mitnehme, da es ja trocken ist und alles, werde ich auf meinem Rückweg klitschnass. Ich kehre Heim, sehe kaum noch etwas, meine Klamotten sind durchgeweichte Klumpen und ich muss niesen. Sobald ich jedoch einen Schirm mitnehme, bleibt es trocken. Heute durfte ich im Regen bergauf Fahrrad fahren. Auch sehr angenehm.

Außerdem veläuft mein Leben gerade ziemlich schnell. Nicht, weil ich besonders viel machen würde. Aber die Tage, die wir zählen, bis meine beste Freundin weggeht, über den großen Teich fliegt, rasen dahin. Alle Welt, mich eingeschlossen, spricht vom Ausziehen. Wir tauschen Adressen, obwohl wir nicht mal eingezogen sind, lassen uns Lampen und Haushaltsgegenstände schenken. Haben schon fast Freunde in der neuen Heimat und die alte dümpelt. Ich weiß noch nicht, ob mir das so wirklich gefällt.

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21.08.2006 - Zorn und Verzweiflung

Oooh, ich hasse sie! Diese blöden Taugenichtse, lumpiges Pack, verfluchte Idioten! Ich schreie und stampfe, ich heule und werfe mit Sachen um mich. Das gibt es doch nicht! WOZU sollte man auch das machen, was man sollte? Nein, treiben wir doch andere Leute in en Wahnsinn? Ruinieren wir ihre nächsten fünf Jahre und wer weiß, was noch alles. Ich könnte kotzen. AAAAAAAAARGH.

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21.08.2006 - wirr

Herrje, ich bin immer noch durch den verwirrt, in der Nacht habe ich Vom Winde verweht fertig gelesen, nachts um zwei, und die letzten hundert Seiten wohl durchgeweint. Und wie schon so oft hatte ich das Gefühl, einfach in der falschen Zeit geboren zu sein. Manchmal fühle ich mich einfach nicht gemacht für die Gegenwart und wünsche mich weit in die Vergangenheit, mit all ihren Umständlichkeiten und blöden Vorschriften, wünsche mich in die verdreckten Straßen und die zu engen Korsetts.
Wozu? Ich weiß es nicht, es ist bloß so ein unbestimmtes Gefühl in einem verqueren Winkel meines Herzens, eine vage Sehnsucht nach etwas, das ich hier nicht zu finden vermag.
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